Zertifizierung

Zertifizierung zur Sicherheit

Was nützt alles Schimpfen, wenn keine Lösungsansätze geboten werden ‚Wir sind dagegen‘ als Standardkonzept reicht in keinem Fall. Das haben wir uns auch gedacht und zusammen mit unabhängigen Tierschützern das Konzept einer Zertifizierung ausgearbeitet, um Interessierten die Möglichkeit zu schaffen, ein Tier aus dem Ausland mit dem geringst möglichen Risiko aufzunehmen – für Mensch UND Tier. Hintergrund war und ist die steigende Zahl von Vereinen, die entgegen allen Tierschutzgedanken auf Teufel komm raus Tiere in den längst übersättigten Markt drücken. Sie tun das mit der Mitleidsmasche von Ekelbildern und der Behauptung, dass gerade dieses Tier gleich am jeweils nächsten sterben müsse, Drückerpraktiken, die auch Bettelei mit auffälligen Spendenaufrufen gewerbsmäßig beinhalten. Es werden immer mehr, seit dem sichtbar geworden ist, wie einfach der Griff in die Taschen mitleidiger Menschen ist.

Ausnahmen gibt es einige. Leider aber meinen diese, dass es genug sei, sauber zu arbeiten und guten Tierschutz zu betreiben. Ja und nein, denn sie sind in der Masse nicht mehr sichtbar – und das ist fatal. Wichtig ist, sich abzusetzen, sich als korrekt und kompetent sichtbar und leicht auffindbar zu machen. Eine wichtige Maßnahme wäre ein von einer unabhängigen Institution zu erwerbendes Zertifikat, das jährlich erneuert werden muss und wie ein TÜV-Siegel getragen werden kann. Dazu haben wir einen Forderungskatalog erarbeitet, der die Grundlage einer Überprüfung ist und in einen Bewertungsbogen einfließen wird. Die Bewertungen nach einem Punktesystem reichen von 0 für indiskutabel bis 10 für herausragend mit Vorbildcharakter. Wird eine Mindestpunktezahl erreicht, kann das Zertifikat gegen eine nötige Verwaltungsgebühr erworben werden.
Für uns sollte ein Zertifikat folgende Punkte enthalten, die ohne Ausnahme ALLE erfüllt sein müssen. Die jeweils vermittelten Tiere müssen:

  • kastriert / sterilisiert sein;
  • nachweislich grundimmunisiert sein (Kombi-Impfung);
  • über eine frische Tollwutimpfung verfügen;
  • entwurmt sein mit Medikamenten, die auch Herzwürmer mit einbeziehen (in Deutschland Standard);
  • aus einer qualifizierten Pflegestelle im Herkunftsland oder in Deutschland vermittelt werden;
  • über einen aussagekräftige Wesensbeschreibung verfügen (siehe Pflegestellen);
  • einem (Deutschen) Tierarzt vorgestellt worden sein.

Die vermittelnden Vereine, Personen oder Organisationen müssen:

  • im Herkunftsland ein eigenes Tierschutzprojekt unterhalten oder ein Ortsansässiges Tierschutzprojekt oder ein lokales Tierheim aktiv und nachweisbar unterstützen;
  • die Abnehmer über Rassen- und Wesensmerkmale des zu vermittelnden Hundes aufklären können;
  • die Vermittlung ordnungsgemäß als Tierhandel anmelden und eine Steuernummer veröffentlichen und rechtsverbindliche Verträge anbieten;
  • Infomaterial über ‚Risiken und Nebenwirkungen‘ zur Verfügung stellen;
  • ein Beratungsgespräch anbieten;
  • eine kompetente Vor- und Nachkontrolle durchführen (lassen);
  • Pflegestellen mit Sachkundenachweis bereit halten;
  • eine Notrufnummer unterhalten bzw. Ansprechpartner in zumutbarer Nähe nennen können.

Nicht nur Tierärzte haben das kalkulierte Elend satt. Die Zahl derer, die in aller Stille das Leid ihrer neuen Lieblinge ertragen samt der teilweise horrenden Zusatzkosten, ist hoch. Mir sind allein aus einer einzigen Vermittlerei, die lediglich aus einer Einzelperson bestand und immer noch besteht, sechs Fälle innerhalb eines halben Jahres bekannt, die Halter wollen nur noch ihre Ruhe haben, den Namen nie wieder hören und für ihren Migranten da sein – und zahlen viel (Lehr)Geld an die Tierärzte ihres Vertrauens. Es sind viele tausend Fälle pro Jahr. Zu viele in jedem Fall.